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Welcome to reality – oder „Bauen im Rhein-Main Gebiet“

Hej hej!

Heute schreibe ich euch mal ein paar Zeilen übers Träume erfüllen, Traumgrundstücke und wer träumt hier eigentlich was? Oder ist das alles ein Traum?!

Für die, die heute viele Bilder erwarten, könnte es unter Umständen hart werden. Verzeiht mir! Beim nächsten Mal wird alles anders. 🙂

Der Herbst zieht ein im Petterhus, das Leben wird ruhiger, und es bleibt die eine oder andere Minute zum Nachdenken.

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Hier seht ihr übrigens unseren neuen Abstellraum, darüber berichte ich auch ganz bald, versprochen!

Immer wieder stößt man bei der Recherche rund ums Eigenheim auf wertvolle Tipps. Ein paar sind echt klasse, manche mögen für den einen hilfreich sein, dem anderen jedoch ringen sie nur ein müdes Lächeln ab.

So zum Beispiel das Thema „Wie finde ich mein Traumgrundstück?“ Jetzt stellt sich mir ja schonmal die Frage, was ist denn bitte genau ein „Traumgrundstück“ und über welche Art von Träumen reden wir? Realistische Träume? „Wolke 7 Träume“? Gar Albträume? Und wer träumt denn was? Und wer beurteilt denn, ob mein Traum ein guter war, wenn nicht ich selbst?

Mein absolut persönliches „Traumgrundstück“ wäre ja in Waldrandlage irgendwo im Hügelland fernab von großstädtischem Trubel. Ein paar Pferde, Hühner, Esel und was sonst noch so dazu gehört. Oder halt ne Hütte auf der Alm. Mit Kühen, viel frischer Milch und wenig Menschen.

Andere wiederum haben ihr „Traumgrundstück“ vielleicht lieber mitten in einer Großstadt mit reichlich Infrastruktur, dafür aber kleinem Grund ausgestattet.

Eines war vorneweg klar: Mein Traumgrundstück werden wir hier –  20 Fahrminuten von Deutschlands größtem Flughafen entfernt – definitiv nicht finden. Allein diesen Gedanken zuzulassen, war ein langer Prozess.

Also kurz Luft angehalten; Augen ausgeheult zu und durch.

Wir wollten innerhalb unserer Gemeinde bleiben, die Grundschule und der Kindergarten sollten weiterhin fußläufig, sowie die unzähligen weiterführenden Schulen mit dem Stadtbus zügig erreichbar sein. Und – auch wenn mich beim Gedanken daran wilde Panik erfasst – unsere Mädels sollten es später zum Ausgehen nicht zu weit haben, ich mache nämlich ungern nächtliche Weltreisen. Außerdem gruselt’s mich immer, wenn ich an Alleen oder an kurvigen Landstraßen Kreuze am Wegesrand finde. Ich möchte ihnen Flügel geben, aber doch nicht so! Sie dürfen also quasi in homöopatischen Dosen Großstadtluft schnuppern, in der Hoffnung, dass sie sich später ohne uns dort besser zurechtfinden.

 Aber parkähliche Grundstücke in Stadtrandlage??! Ist nicht. Oder halt, stop! Lasst es mich so formulieren: Parkähnliche, für uns bezahlbare Grundstücke.

Leider blieb uns daher keine andere Wahl, als im ortsansässigen und von uns lange und konsequent verschmähten Neubaugebiet ein Plätzchen zu suchen. Strenger B-Plan, wenig Platz. Zwei Grundstücke kaufen, aber nur ein Haus darauf bauen? Ist schon gar nicht.

Ich wusste, nein, ich ahnte, es wird schlimm.

Und es kam noch schlimmer. Ehrlich.

Unser Grundstück hat knapp 500 qm, nicht gerade üppig, wenn es mal genau nimmt. Mehr ging nicht, nur nach Norden ausgerichtet, das mochte ich dann aber auch nicht. Außerdem machen 100 qm mehr jetzt auch nicht unbedingt mein Traumgrundstück draus.

Sukzessive füllt sich dieses Gebiet nun. Natürlich nicht mit Schwedenhäusern, ist ja klar. (Das wäre mein Traum 2.0). Und ihr Lieben, es gibt wirklich schöne Häuser aus Stein. Ganz sicher. Aber unter ‚Stadtvilla‘ stelle ich mir eben etwas anderes vor als „Klötze“. Eher herrschaftlich. Mit Geschnörkel. „Echte“ Architektur.

Liebe Architekten, steinigt mich nicht. Aber das, was eure Kollegen ganz viel früher einmal gebaut haben, gefällt mir persönlich eben einfach besser.

Kurzum. Es ist eng. Und zwar sehr. Ich finde es auch nicht schön. Vielleicht bin ich sogar ein bisschen geknickt.  Aber es ist die Realität. Es ist das 21. Jahrhundert und wir leben nur einen Steinwurf vom größten deutschen Flughafen entfernt. Wir leben nicht in der heilen Insta- oder Bloggerwelt, oder im weitläufigen Niedersachsen oder so weit von der nächsten Großstadt entfernt, dass ich unsere Kinder mitten in der Nacht wecken muss, um sie pünktlich in der Schule zu wissen.

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Blick aus dem Badezimmer. Schön, nicht? Allerdings wird hier in einigen Jahren das nächste Neubaugebiet errichtet. Das wussten wir allerdings erst, nachdem wir unterschrieben hatten. Hätte es etwas geändert? Wohl kaum.

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Blick aus dem Kinderzimmer. Dazu fehlen mir die Worte. Nur Zahlen, die hab‘ ich. Zwischen beiden Hauswänden beträgt der Abstand 7,50 Meter.

Wir haben Grundstückspreise, die jenseits von Gut und Böse sind. Aber unsere Kinder fallen förmlich aus der Türe von der Veranda und sehen andere Kinder, ihre Freunde, die morgens mit Ihnen zur Schule laufen, mit ihnen lachen, weinen und das Neubaugebiet rocken. Sie sehen nun einmal keine wunderschöne Landschaft, die zwar Mama entzückt, aber auf Dauer wenig unterhaltsam ist. Wir leben leider nicht in Büllerbü. Wir leben aber in unserem persönlichen Traumhaus in einer sehr realistischen Umgebung.

Und wer weiss, vielleicht finden wir irgendwann einmal, weit entfernt von Fluglärm und engen, unschönen Neubaugebieten, unser ganz eigenes „Traumgrundstück“ und es gibt ein neues Petterhus.

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Ich wünsche euch einen schönen Abend und süße Träume,

Eure Stephanie

 

 

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